Gehen

 

Gehen

Ich verlasse abends meine Wohnung, ich schließe die Türe. Ich gehe, um wiederzukommen, ich gehe einen großen Kreis, den ich mit einem inneren Zirkel auf weissem Papier beschreibe. Ich ahme die Sterne nach, darunter tue ich es nicht. Keinen Gegenstand in meinen Händen zu halten ist Pflicht. Ich entwische der Zeit indem ich ihr entgegengehe.  Passant, der ich bin, atme ich Perspektiven ein.

Im Gehen erkunde ich die Strasse. Ich gehe um des Gehens will, ich weigere mich anzukommen. Anzukommen ist bürgerlicher Wunsch, ein Sehnsuchtslied in meinem Repertoire, ausgebacken vom Arbeitsfeuer will ich ankommen in der Heimat, welcher Heimat? Also gehe ich weiter. Von außen sehe ich das Blitzen der Fernseher, das von dramatischen Gewittern berichtet. Ich passiere  und entkomme dem Dramaleuchten.

 

Balance

Den Kuchen holen, für den Nachmittagskaffee, ganz klassisch, ja, am Nachmittag Kaffee trinken. Auf dem Fahrrad fahren, die Rechte fest am Lenker, auf der linken Hand die Platte mit dem ganzen Erdbeerkuchen, Kopf erhoben zu den Bäumen. Die Balance, das Faszinosum meiner Kindheit, hier finde ich sie wieder. Ich, der Kuchenbote fahre in leichten Schlangenlinien, niemand mit Baguette oder Kuchen fährt strikt gerade aus, alle Flaneure des Fahrrads fahren langsam in leichten Biegungen,  pfeifend, das weiß man. Die Balance, das Schweben, die Zeit.

 

Ausdruck

„Warum soll die Psyche nicht über die Darmwand, die Bronchien, das Gelenkwasser, die humoralen Leukozyten zu ihrem Ausdruck kommen, wenn sie es über die Stimmbänder und die Ohren kann? Sie kann es.“ (Hermann Beland)

 

Schlafen

Laut Manager-Magazin machen immer mehr Manager der Nacht ein frühes Ende. Die Manager-Lerchen arbeiten und sporteln ab 3 Uhr 30, Beispiele finden sich auf

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/grube-hipp-branson-fruehaufstehen-fuer-mehr-leistung-a-1019407.html

Leider ist nicht notiert, wann die Manager zu Bett gehen. Thomas Hürter (Titel „ Du bist was Du schläfst“) schreibt, dass Schlafen ein „Imageproblem“ hat, er bezeichnet den Schlaf als Fähigkeit.

 

 

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